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ëttë Weblog

Ursprung von allem

2004 bis 2006 fuhren Olga und ihre Familie mit ihrer Segelyacht "Wetnose" auf der Barfußroute von Kroatien nach Neuseeland. Ihre Reise führte sie aus dem Mittelmeer via Gibraltar und die Kapverdischen Inseln über den Atlantik in die Karibik. Von da ging es dann durch den Panamakanal in den Pazifik zu den Galapagos-Inseln, Marquesas, quer durch Polynesien nach Tahiti und weiter über Tonga bis in die Bay of Islands in Neuseeland.

In unserem Weblog werden wir Auszügen aus dem Schiffslog, Olgas Tagebüchern und Filmen veröffentlichen.

Be careful what you wish for, it could come true ...

Wetnose

Überquerung Nuku Hiva (Marquesas) – Tuamotus

9. Juni 2005 (10º 00’0 S, 140º 10’7 W)

Keine Schule. Losgefahren um 9:45 nach ewiger Putzerei des Ankers und der Ankerkette. Der Schmutz und die dicke Planktonschicht haben die Filter des Wassermachers völlig verschmutzt. Der Wassermacher schreit unentwegt "Clean Pre-Filter!"

Anfangs kein Wind, Sonne und etwas schwül. Am Abend dann schwarze Wolken. "Day for Night" um 17:00. Sehr strange.

Ich bin völlig paralysiert, wieder diese Lethargie. Gute Nachtwache. Etwas aufregend wegen der gigantischen Wolken, aber nur Regen, keine bösen Squalls.

Überquerung Nuku Hiva

10. Juni 2005 (12º 17’0 S, 141º 39’0 W)

Auch heute keine Schule.

Wetter durchwachsen. Viel Wind, anders als bei Taniwani*. Viele riesige Wolken. Definetely not your "Pacific dream". Die Radio-Kontakte mit anderen Booten brechen die Monotonie. Wir können keine Schule machen: Lethargie macht sich breit. Der Gestank von Diesel stört mich. W. guckt und tatsächlich: eine Ölrücklaufleitung ist vom Filtergehäuse abgerutscht. W. repariert es rasch, alles wieder ok. Wir haben eh Wind, zu viel für meinen Geschmack: Raffen und Abfallen stehen auf dem Programm. Nachtwache ok, 6 Knoten Durchschnittgeschwindigkeit.

Hoher Seegang
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Tuamotus: Makemo-Kauehi

12. Juni 2005, Makemo (16º 12’37 S, 143º 26’55 W)

Keine Schule.

Gegenwind den ganzen Tag. Ich verzweifle. Ich möchte eigentlich nicht mehr! Ich zwinge mich zu filmen, bin völlig apathisch, möchte einfach nur liegen. W. und die Kinder sind bester Laune und spielen UNO. Ich fürchte, ich bin keine Windbraut und werde es nie werden!

Wir kommen in Makemoan. Alle Passdurchfahrten gehen gut, obwohl die Sicht schlecht ist und das Wasser zu kochen scheint. Aber W. ist Herr der Lage. Scheiß Ankerplatz, völlig ungeschützt und voller riesiger Korallen, wo sich unsere schöne Ankerkette rumwickeln kann. Es wird bestimmt wieder eine schlaflose Nacht. Das nette Essen bei Taniwanihat alle Strapazen vergessen lassen. Wunderbare Stimmung am Abend.


Windig

14. Juni 2005, Makemo

Heute machen wir sehr ordentlich Schule.

Wir gehen in die "Stadt" einkaufen: kein Brot, kein Mehl, kein Versorgungsschiff! Tolle Deko aus Muschelketten in der Kirche. Die wollen wir natürlich auch haben. Der Laden ist offen, aber die Lady ist nicht da. Dafür hat uns ein Bilderbuch-Rotweiler, mit Spike-Halsband und allem, angegriffen. Wir haben uns erfolgreich mit Steinen gewehrt. Der Bürgermeister ist uns auf seinem Fahrrad zur Hilfe geeilt. Die Nachbarn haben dann den Kindern Perlen geschenkt, und der Schreck war weg.

15:15 Motor an, Anker auf, ohne Probleme. Die ganze Aufregung war wieder umsonst.

Ketten
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Kauehi

24. Juni 2005

AB hat heute ihre Tests fertig geschrieben. AM lernt noch Mathe für den morgigen Test. Schwimmkurs mit Eva.

Wir sind zur Perlenfarm von Anselm gegangen. Anselm ist der Chef von Kauehi. Er war Gendarme in Papeete und hat sich dann hier niedergelassen. Er ist sehr charmant und hat die ganze Chose hier so ziemlich im Griff.

Es ist wohl Ende der Saison: die Japaner und Chinesen waren alle schon da und haben die schönsten Perlen mitgenommen. Aber was bleibt ist trotzdem wunderschön. Ich habe gelernt diese Barock-Perlen zu schätzen.

KauehiPerlen
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Anselm’s Pearl Farm

Die Farm ist preußisch durchorganisiert. Alles ist perfekt sauber und hat trotzdem viel Charme. Hat er gut gemacht der Anselm. Wir waren alle begeistert. Ich habe die Videokamera an Bord gelassen, und das war gut so. Denn die Dinghy-Fahrtzur Farm hätte die Cookie* nicht überlebt. Ich drehe vielleicht morgen, wenn wir mit dem Auto kommen.

Man braucht viel Geduld, Ausdauer und Glück um Perlen zu züchten. Und auch ein feines Händchen.

Auf den Perlenfarmen werden tausende von Austern mit Implantaten versehen und zwei bis fünf Jahre gepflegt, bis sich eine Perle entwickeln kann.

Der Prozess des Einpflanzens ist eigentlich ein chirurgischer Eingriff. Unsere Dame hier operiert ein Nukleus in Form eines runden Kerns aus der Schale der Mississippi-Muschel (einer amerikanischen Süßwassermuschel) zusammen mit einem Stück Mantelgewebe einer Spendermuschel in das Tier. Der Eindringling verursacht Irritationen, dem die Auster entgegenwirkt, indem sie Perlmutt absondert. Das schließt sich um den Fremdkörper und formt dabei eine Perle.

Fast alle Perlen, die heutzutage für die Schmuckherstellung verwendet werden, werden so gezüchtet. Ein Meisterwerk.

Anselm’s Pearl FarmAnselm’s Pearl Farm
Anselm’s Pearl Farm
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* Taniwani (ein Segelboot mit deutscher Crew, das uns ab Madeira begleitet hat)
* Cookie (meine Videokamera)
Fotos der Anselm’s Pearl Farm stammen von Eva Malmstrom (SY 3T- www.evamalmstrom.com)